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Alt 06.08.2007, 10:59
Timafi Timafi ist offline
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Beiträge: 55
Standard Verhütungsmittel und -methoden in alphabetischer Reihenfolge

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Verhütungsmittel und -methoden in alphabetischer Reihenfolge –

von Pro familia


Chemische Verhütungsmittel – auch bei sorgfältiger Anwendung unsicher
Zäpfchen, Gels oder Schaum, die eine spermizide Wirkung haben, d.h. Spermien befruchtungsunfähig machen. Chemische Verhütungsmittel müssen (Beipackzettel gründlich lesen!) vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Sie sind rezeptfrei in Apotheken und gutsortierten Drogerien erhältlich. Chemische Verhütungsmittel können Jucken oder Brennen in der Scheide und am Glied verursachen. Sie schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS. Viele soll man nicht in Kombination mit Kondomen benutzen, weil sie fetthaltig sein können. Fett lässt nämlich Kondome undicht werden. Packungsaufschrift und Beilage genau lesen!

Diaphragma – bei sorgfältiger Anwendung sicher und keine Belastung für den Körper
Gummikappe, die den Muttermund bedeckt und die Spermien daran hindert, in die Gebärmutter und Eileiter zu gelangen. Das Diaphragma muss vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Es wird mit einem besonderen Gel bestrichen (das die Spermien befruchtungsunfähig macht). Nach dem Geschlechtsverkehr muss es mindesten 8 Stunden dort bleiben, damit nicht doch Samenzellen in die Eileiter gelangen können. PRO FAMILIA, Frauengesundheitszentren und manche FrauenärztInnen passen Diaphragmen an und erklären die Handhabung (mit ein bisschen Übung kein Problem). Das Diaphragma schütz nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS.

Dreimonatsspritze – bzw. Einmonatsspritze – sehr sicher, aber nicht ganz ohne (Nebenwirkungen)
Medikament, das (vom Arzt gespritzt) einen Monat oder drei Monate lang das Heranreifen von Eizellen verhindert. Ähnlich wie bei der Pille greifen die der Dreimonatsspritze bzw. Einmonatsspritze enthaltenen Hormone in den körpereigenen Hormonhaushalt und damit in den Zyklus ein. Unangenehme Nebenwirkungen, Ausbleiben der Menstruation oder Zwischenblutungen sind vor allem bei der Drei-Monats-Spritze nicht selten. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS schützt die Drei-Monats-Spritze bzw. Ein-Monats-Spritze nicht. Wegen der Nebenwirkungen für Mädchen nicht unbedingt geeignet (z.B. Beeinflussung der Knochendichte)

Implanon – sehr sicher, aber auch nicht unbedingt ohne (Nebenwirkungen)
Kleines Stäbchen aus Kunststoff, das vom Arzt am Oberarm unter die Haut implantiert, d.h. eingesetzt wird. Dort gibt Implanon 3 Jahre lang Hormone ab, die, ähnlich wie die Pille, das Heranreifen von Eizellen verhindern. Implanon ist für manche Mädchen und Frauen besser geeignet als die Pille. Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Pickel, Kopfschmerzen, Depressionen und relativ häufige Blutungsstörungen. Implanon schütz nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS.

Kondom – bei richtiger Anwendung sicher in jeder Hinsicht!
Dünne Gummihülle, die über das steife Glied gerollt wird. Das Kondom fängt den Samenerguss auf, also können keine Samenzellen in die Scheide gelangen. Kondome sind fast überall erhältlich und kosten ca. 50 Cent pro Stück. Ganz wenige Menschen sind allergisch auf Latex, so heißt das Material, aus dem die meisten Kondome bestehen. Kondome aus Polyurethan sind dann eine (allerdings etwas teurere) Alternative. Nur Kondome schützen vor ungewollter Schwangerschaft sowie sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS. Achtung: Kondome nicht mit fetthaltigen Gleitmittel, Cremes oder fetthaltigen, chemischen Verhütungsmitteln zusammen verwenden. Fett läst Kondome undicht werden.

lustig oder nervig?
Kondome können lustig sein: Man kann zusammen rumspielen, überstülpen, daran reichen, beratschlagen, welche Farbe, welcher Geruch, Ratespiel machen, austesten, auf welche Marke man besonders abfährt. Also alles mit Humor nehmen und als erotische Beilage betrachten. Kondome können nervig sein, sich ekelig anfühlen, blöd verpackt sein, sie können verrutschen, das Liebesspiel unterbrechen, unangenehm sein und schwierig zu benutzen. Gar nicht so einfach, mit Kondomen (selbst-)sicher zu hantieren. Wenn mann im bett zum ersten Mal ein Kondom auspacket, können ungeahnte Schwierigkeiten auftauchen. Vorher mal „üben“ kann nicht schaden, das Auspacken zumindest...

Trotz allem: Kondom sind eigentlich eine tolle Sache, denn sie haben keine Nebenwirkungen, sind eine Möglichkeit für die Herren, die Verhütung in die Hand zu nehmen, schützen vor Krankheiten, sind relativ billig und fast überall zu haben. Außerdem viel dünner als man denkt: 0,02 mm.

Natürliche Familienplanung (NFP) – ganz schön anspruchsvoll und vielleicht nicht sicher genug
Methoden, eine Schwangerschaft zu vermeiden, indem man vor und während der fruchtbaren Tage auf Geschlechtsverkehr verzichtet; oder indem man in dieser Zeit mit Kondom oder Diaphragma verhütet. Grundlage für NFP ist sorgfältige und ausdauernde Beobachtung des eigenen Körpers, vor allem die Zyklusbeobachtung. Mit einiger Erfahrung kann man aus der Körpertemperatur und aus der Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleims auf den Zeitpunkt des Eisprungs schließen. Erst wenn der Eisprung vorbei ist, spricht man von sicheren Tagen. NFP hat natürliche keinerlei Nebenwirkungen. Es eignen sich nicht unbedingt für junge Mädchen (z.B. unregelmäßiger Zyklus), sondern für Paare, für die eine ungewollte Schwangerschaft kein Riesenproblem ist. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS schütze NFP nicht.

Pille - sehr sicher, aber auch sie ist nicht ohne (Nebenwirkungen)
Eigentlich nicht nur ein, sondern viele Pillen, von denen täglich eine geschluckt wird. Nach 21 Tagen mit Pille macht man 7 Tage Einnahmepause (dann folgen wieder 21 Tage mit Pille usw.). Die in der Pille enthaltenen Hormone bewirken, auch während der Einnahmepause, dass keine Eizellen heranreifen. Der körpereigene Zyklus (Eireifung, Aufbau der Gebärmutterschleimhaut) wird also fremdbestimmt. Weil die Pille eine Reihe von Nebenwirkungen haben kann, z.B. Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) muss sie von ÄrztInnen verschreiben werden. Bei jungen Frauen (bis zum 20. Geburtstag) übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten. Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS.

Was man schon auch wissen sollte:
Die Pille ist praktisch und deshalb recht beliebt. Dass sie Nebenwirkungen haben kann, sollte man aber nicht ganz außer Acht lassen. ÄrztInnen müssen, bevor sie ein Rezept ausstellen genau abklären, auch anhand einer gynäkologischen Untersuchung, ob es medizinische gründe gibt, die gegen die Pille sprechen.
Damit die Verhütung Pille sicher ist, muss sie unbedingt vorschriftsmäßig und pünktlich eingenommen werden (Beipackzettel gründlich lesen!). Bestimmte Medikamente, z.B. Antibiotika, können die Wirkung der Pille beeinträchtigen; bekommt man andere Arzneimittel verschrieben, sollte man deshalb auch den Arzt darüber informieren, dass man die Pille nimmt. Erbrechen oder Durchfall kurz nach der Einnahme der Pille kann zur Folge haben, dass die Wirkstoffe noch nicht vom Körper aufgenommen wurden und die verhütende Wirkung damit weg ist. Bei Fragen und Unsicherheiten unbedingt den Arzt anrufen.

Spirale- sehr sicher, aber nicht ganz unkompliziert
Kleines Stück Kunststoff in Form eines T oder eines Ankers, das vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt wird. Die Spirale kann bis zu 5 Jahren in der Gebärmutter bleiben. Sie macht es einer befruchteten Eizelle unmöglich, sich dort einzunisten. Kupferspiralen machen das, indem sie kleinste Mengen Kupfer abgeben. Dadurch wir die Gebärmutterschleimhaut fester und die befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten. Zusätzlichen werden die Samenzellen bewegungsunfähig und gelangen somit gar nicht erst zur Eizelle. Spiralen haben ihren Namen, weil sie früher spiralförmig waren. Seit einiger Zeit gibt es auch hormonspiralen, die ähnlich wie Implanon, ständig Hormone abgeben; sie wirken ein bisschen anders als die Kupferspirale. Die Verhütung mit der Spirale kann Nebenwirkungen haben, z.B. verstärkte Menstruationsbeschwerden. Das Risiko von Eileiterentzündungen ist ebenfalls höher. Erfahrungsgemäß vertragen Frauen, die schon ein Kind geboren haben, die Spirale besser. Dennoch gibt es keinen Grund, die Spirale als Möglichkeit der Verhütung für junge Frauen auszuschließen. Vorher sollte man sich aber gut beraten lassen. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS schützt die Spirale nicht.

Verhütungs-Computer (auch Babycomputer genannt) – eher zur Fruchtbarkeitswahrnehmung als zur Verhütung geeignet
Kleine Geräte, die die Zyklusbeobachtung übernehmen und die fruchtbaren Tage signalisieren. Manche messen die Körpertemperatur, andere bestimmen Hormone im Urin. Verhütungs-Computer sind nicht ganz billig (zwischen 10,- und 600,- Euro) und noch nicht sicherer als richtig angewendete NFP Methoden. Gerade für junge Frauen, deren Zyklus oft nicht ganz regelmäßig ist, sind sie zur Verhütung nicht empfehlenswert. Selbstverständlich schützen Verhütungs-Computer nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS.


wenn doch noch fragen dann wendet euch an pro familia
gruß timafi
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